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Der Gottorfer Codex, ein von Hans Simon Holtzbecker in der Mitte des 17. Jahrhunderts für Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein Gottorf geschaffenes, vierbändiges Florilegium, zeigt auf fast 360 großformatigen Pergamenten die vielfältige Pflanzenwelt des an der Wende von der Spätrenaissance zum Frühbarock entstandenen Neuwerkgartens. Dieser Garten beherbergte in den Jahren um 1650 mehr als 1150 Pflanzenarten. Viele davon waren in Schleswig und Holstein nicht heimisch.

Die Ausstellung »Der Gottorfer Codex. Blütenpracht und Weltanschauung« zeigt, dass die Pflanzenportraits keine symbolisch aufgeladenen Darstellungen mehr in der Tradition eines spätmittelalterlichen Paradiesgärtleins sind. Sie sind trotz genauer Wiedergabe der Blüten, Wurzel, Knollen oder Zwiebeln jedoch auch noch keine rein wissenschaftlich orientierten Pflanzenwiedergaben unter biologischen Gesichtspunkten. Die Gouachen zeugen vielmehr von einem Bedeutungswandel des Blumenbildes. Dieser spannende Prozess wurde angestoßen durch das ausgeprägte wissenschaftliche Interesse Herzog Friedrichs III. und seines Hofgelehrten Adam Olearius.

Mit rund 250 Exponaten – darunter 165 Codex-Blätter, zwei kompletten Bänden des Gottorfer Codex, das Grüne Florilegium sowie fast 50 prächtige Stillleben, die auch aus den königlichen Gemächern stammen – gibt die Ausstellung Einblick in einen spannenden Entwicklungsprozess, an dessen Ende die Nomenklatur des schwedischen Biologen Carl von Linné stehen wird, die bis heute Gültigkeit hat.

Die Ausstellung ist eine Übernahme vom Statens Museum for Kunst in Kopenhagen. Sie ist Abschluss und Höhepunkt einer Kooperation des dänischen Museums mit dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.